Warum Schutzeinrichtungen im Sicherungskasten so wichtig sind
Im Sicherungskasten (Unterverteilung) Ihres Haushalts befinden sich verschiedene Schutzeinrichtungen. Zwei davon hört man besonders häufig: der FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter, auch RCD genannt) und der Leitungsschutzschalter (LS-Schalter, umgangssprachlich oft „Sicherung"). Beide sind essenziell – aber sie schützen vor völlig unterschiedlichen Gefahren.
Der Leitungsschutzschalter (LS-Schalter)
Der Leitungsschutzschalter schützt die elektrische Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Fließt dauerhaft zu viel Strom durch eine Leitung (z. B. weil zu viele Geräte angeschlossen sind), erwärmt sich die Leitung gefährlich. Der LS-Schalter erkennt diesen Zustand und unterbricht den Stromkreis, bevor es zu einem Kabelbrand kommen kann.
- Schutz vor: Überlast und Kurzschluss
- Schützt: Die elektrische Leitung und angeschlossene Geräte
- Typische Auslösewerte: 10 A, 16 A, 20 A, 32 A (je nach Stromkreis)
- Erkennbar an: Kleiner Hebel, meist in Reihen angeordnet
Der FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter / RCD)
Der FI-Schalter schützt Menschen vor dem gefährlichen Stromschlag durch Fehlerstrom. Er misst ständig den Unterschied zwischen dem abgehenden und dem zurückkommenden Strom. Fließt auch nur ein kleiner Teil des Stroms über einen ungewollten Weg – etwa durch einen Menschen zur Erde – löst der FI-Schalter blitzschnell aus.
- Schutz vor: Körperdurchströmung (Stromschlag)
- Schützt: Menschen und Tiere
- Typischer Auslösestrom: 30 mA (Personenschutz)
- Erkennbar an: Breiter Schalter mit Testtaste
Der Unterschied auf einen Blick
| Eigenschaft | LS-Schalter | FI-Schalter |
|---|---|---|
| Schutzziel | Leitungen und Geräte | Personen und Tiere |
| Schutz vor | Überlast, Kurzschluss | Fehlerstrom (indirekter Kontakt) |
| Auslöseauslöser | Zu hoher Strom | Stromunterschied hin/zurück |
| Testtaste vorhanden | Nein | Ja (monatlich testen!) |
| Vorschrift | Immer Pflicht | In Nassräumen, Neu- und Umbauten |
Was schreibt die Norm vor?
Die VDE 0100 regelt die Anforderungen an elektrische Anlagen in Deutschland. Wichtige Regelungen:
- FI-Schalter sind für alle Steckdosen in Badezimmern und Nassräumen vorgeschrieben.
- Bei Neubauten und wesentlichen Änderungen müssen alle Steckdosenstromkreise über FI-Schutz verfügen.
- FI-Schalter für Außenanlagen, Garagen und Keller sind ebenfalls Pflicht.
- Ältere Anlagen ohne FI-Schutz sollten aus Sicherheitsgründen nachgerüstet werden.
Der AFDD – ein weiterer Schutz gegen Lichtbogenbrände
Zunehmend verbreitet sich auch der Lichtbogenfehlerschutzschalter (AFDD), der defekte oder gequetschte Leitungen durch Erkennung von Lichtbögen schützt. Er ergänzt LS- und FI-Schalter und wird besonders für Schlafzimmer und schützenswerte Bereiche empfohlen.
Fazit
LS-Schalter und FI-Schalter ergänzen sich gegenseitig und sollten stets gemeinsam eingesetzt werden. Lassen Sie Ihre Elektroanlage regelmäßig von einem Fachbetrieb prüfen und nachrüsten – besonders in älteren Gebäuden. Ihre Sicherheit hat Vorrang.